Prof. Dr. Martin Wagener

Examens- und Doktorandengruppe
Internationale Beziehungen/Ostasien

 

1.  Gründung

Am 1. September 2009 ist in der Trierer Politikwissenschaft eine Juniorprofessur für Politikwissenschaft /Internationale Beziehungen eingerichtet worden. Studenten können damit wahlweise bei Herrn Prof. Dr. Hanns W. Maull und Herrn Jun.-Prof. Dr. Martin Wagener ihre Examensarbeit (Magister, Lehramt, BA, MA) oder Doktorarbeit schreiben, soweit sie einen Abschluß im Fachteil Internationale Beziehungen anstreben. Die „Examensgruppe Internationale Beziehungen/Ostasien“ hat im WS 2009/2010 ihre Arbeit aufgenommen. Die Vorstellung erfolgte am 22. Juli 2009. Die Examensgruppe wurde mit Blick auf die alten Studiengänge aufgebaut und befindet sich gegenwärtig in der Erweiterungsphase. Im Frühjahr 2012 wurde sie in „Examens- und Doktorandengruppe Internationale Beziehungen/Ostasien“ umbenannt.

2.  Zielgruppe und Themen
Die Examensgruppe wendet sich an alle Studenten, die im Rahmen ihres Magister- oder Lehramtsstudiums bzw. in den BA-/MA-Studiengängen einen Abschluß im Fachteil „Internationale Beziehungen“ anstreben. Aufgrund der inhaltlichen Schwerpunktsetzung der Juniorprofessur ist ein Interesse für die außen- und sicherheitspolitischen Entwicklungen Ostasiens wünschenswert, aber nicht zwingend. Gerne diskutiere ich daher mit Ihnen auch Themen, die nichts mit dem asiatisch-pazifischen Raum zu tun haben. Grundsätzlich sollten sie zu einem der folgenden Bereiche passen: (1) Allgemeine Fragen der Internationalen Beziehungen, (2) Theorien der Internationalen Beziehungen, (3) Großmachtpolitik in Ostasien, (4) Außen- und Sicherheitspolitik einzelner Staaten Ostasiens, (5) bilaterale Beziehungen in Ostasien, (6) Konflikte Ostasiens, (7) Kriege Ostasiens, (8) regionale Integration in Ostasien. Vorschläge für historische Themen sind willkommen, wobei hier zu beachten ist, daß Sie Ihre Abschlußarbeit in der Politikwissenschaft schreiben und diese entsprechend aufzubauen ist.

3. Die neuen BA-/MA-Studiengänge
Bitte beachten Sie bei den nachfolgenden Ausführungen (Abschnitte 4-10), daß sich diese vor allem auf die alten Studiengänge beziehen (Länge der Arbeiten, Zeitansatz etc.). Als Kandidat für eine BA-Abschlußarbeit können Sie sich aber gerne bereits jetzt auf dieser Internetseite mit meiner Arbeitsweise vertraut machen, sich mit möglichen Themen für eine Arbeit befassen und mir in der Sprechstunde Vorschläge unterbreiten. Zum Verfahren: Das Hochschulprüfungsamt muß Ihnen bestätigen, daß Sie alle notwendigen Leistungen erbracht haben, um sich zur BA-Arbeit anmelden zu können. Dazu wird Ihnen ein Laufzettel ausgestellt. Diesen bringen Sie bitte in die Sprechstunde mit. Wir legen dann ein Thema fest. Anschließend haben Sie zur Anfertigung der BA-Arbeit vier Monate Zeit. Gerne können Sie aber bereits vorher in meine Sprechstunde kommen, um einzelne Details zu diskutieren.

4.  Die Bedeutung des Examens
In der Examensphase vollziehen Sie den letzten, entscheidenden Schritt Ihres Studiums. Einerseits werden die Vornoten auf Null gestellt: Als Student der alten Studiengänge verfügen Sie über den Vorzug, daß Ihr künftiger Arbeitgeber nur jene Noten sehen kann, die z.B. auf dem Magisterzeugnis aufgeführt sind (Note Magisterarbeit, Noten mündliche Prüfungen). Alte „Sünden“ zählen nicht mehr. Daraus ergibt sich andererseits aber auch eine besondere Herausforderung: Wenn Sie die Examensphase schlecht organisiert angehen, sich bei der Abfassung der Abschlußarbeit also eventuell zeitlich verkalkulieren, kann die Examensnote schlechter ausfallen als der Durchschnitt der Vornoten des Hauptstudiums.

5.  Ziele
Die Examensgruppe verfolgt zwei Ziele: (1) Die Studenten sollen nicht nur ihre Abschlußarbeit schreiben, sondern vor und während der Schreibphase weiter dazulernen. Dazu werden in der Examensgruppe gemeinsam Inhalte relevanter methodischer und theoretischer Texte erarbeitet, Exposés der Kandidaten diskutiert und weitere praktische Fragen erörtert. (2) Die Examensgruppe soll die Examenskandidaten vernetzen und ihnen so die Möglichkeit geben, Erfahrungen bei der Bewältigung der Examensarbeit auszutauschen.

6.  Arbeitsweise
Was Sie erwarten können ...
Sie können eine intensive Betreuung Ihrer Examensarbeit erwarten. Ich werde Ihnen helfen, eine bearbeitbare zentrale Forschungsfrage zu finden. Wir werden den methodischen und theoretischen Zuschnitt Ihrer Abschlußarbeit diskutieren. Vor allem werden wir aber immer wieder die Stimmigkeit Ihrer Arbeitsgliederung reflektieren. Ich werde Sie zudem beim Zeitmanagement unterstützen und Einschätzungen zur Machbarkeit von Ihnen vorgeschlagener Arbeitsschritte liefern.

Was ich erwarte ...
Die Examensgruppe wendet sich ausschließlich an leistungsbereite Studenten, die gut organisiert sind, formal sauber arbeiten, über angemessene Kenntnisse der deutschen Sprache verfügen und Arbeitsdisziplin für selbstverständlich halten. Vereinbarte Vorlagetermine (z.B. Exposé, Leseprobe etc.) sind ohne Verzug einzuhalten, abgesprochene Arbeitsschritte (z.B. Lektüre) sind ausnahmslos umzusetzen. Wenn Sie in die Sprechstunde kommen, sind Sie gut vorbereitet. Zum Standard meiner Besprechungen gehört, daß Sie grundsätzlich einen aktuellen Ausdruck (gedruckt, nicht handschriftlich) von Forschungsfrage, Gliederung und der bereits gelesenen Literatur mitbringen. Sämtliche Vorlagen sind formal bereits abgabereif: Sie legen mir also z.B. das Literaturverzeichnis nicht im Entwurfsstadium (mit fehlenden Angaben) vor, sondern so, wie Sie es als Teil der Examensarbeit im Dekanat einreichen würden (Ziel: Vermeidung unnötiger Korrekturarbeiten in der Endphase der Arbeit). Ich erwarte des weiteren, daß Sie bereit sind, an sich zu arbeiten: Sie sollen nicht nur Ihren aktuellen Leistungsstand voll abrufen, sondern sich in der Examensphase inhaltlich, methodisch und theoretisch weiterentwickeln. Zu meiner Arbeitsweise gehört, Ausnahmen nicht zu dulden: Ein Betreuungsgespräch wird z.B. nicht stattfinden, wenn Sie den erforderlichen Ausdruck (Forschungsfrage, Gliederung, Literatur) „vergessen“. Nur durch eine straffe Organisation der Zusammenarbeit zwischen Kandidat und Betreuer ist eine effektive Zeitnutzung möglich – und nur so wird vermieden, daß eine mögliche schlechte Selbstorganisation Ihrerseits zu meinem Problem wird. Spätestens bis zur Anmeldung Ihrer Examensarbeit müssen Sie daher auch über einen Arbeitsrhythmus verfügen. Sie haben dann nur noch für ein Projekt Zeit, und ich werde die Betreuung abbrechen, wenn Sie parallel versuchen, Zweitprojekte umzusetzen (z.B. Praktika, Vorbereitung auf den Abschluß eines Doppelstudiums). Wenn Sie mit dieser Arbeitsweise Probleme haben, bin ich für Sie der falsche Betreuer.

„Streßtausch“ ...
Meine Erwartungen mögen auf den einen oder anderen überzogen wirken. Sie haben einen sehr realen Hintergrund: Ich beobachte nun mittlerweile seit vielen Jahren, wie Studenten an der Herausforderung Examen verzweifeln. Dies hat viele Gründe. Zentral ist der geforderte Sprung von einer maximal 30 Seiten umfassenden Hausarbeit im Hauptstudium zu 120 Seiten Inhalt zuzüglich 20 Seiten Apparat als Abschlußarbeit für Magisterkandidaten. Für Sie alle ist dies eine einmalige Erfahrung, die Sie vorher nicht haben machen können. Streß entsteht vor diesem Hintergrund vor allem dann, wenn Sie sich in der Umsetzung des Examensvorhabens zeitlich verkalkulieren. Oft kommen schlechte Selbstorganisation und mangelnde Selbstdisziplin hinzu, die im Studium nicht hinreichend eingeübt worden sind. Das Problem ist offensichtlich: „Wie soll ich 140 Seiten schreiben, wenn ich mich bislang schon mit 30 Seiten überfordert gefühlt habe?“ Ich biete Ihnen einen „Streßtausch“ an: Sie werden von mir in der Examensgruppe behutsam an die Examensarbeit herangeführt (Vermeidung von negativem Streß). Im Gegenzug lassen Sie sich auf die hier beschriebene Arbeitsweise ein (Nutzung von positivem Streß).

7.  Eintrittsbedingungen
Unter folgenden Bedingungen können Sie Mitglied der Examensgruppe werden: (1) Sie sollten ein Pro- oder Hauptseminar Ihres Betreuers besucht haben. Dies ist gleichwohl keine zwingende Voraussetzung. (2) Es gibt drei verschiedene Formen der Mitgliedschaft: a) Wenn Sie einen IB-Schein im Hauptstudium erfolgreich absolviert haben, können Sie der Examensgruppe als „Examenskandidat/ADS“ beitreten. Dies bedeutet: Sie wollen in den Internationalen Beziehungen mit dem Schwerpunkt Ostasien Ihre Examensarbeit schreiben, sind aber noch „auf der Suche“ (ADS) nach einem Thema. In dieser Phase werde ich mit Ihnen Ihr thematisches Interesse reflektieren und eingrenzen. Wir werden zudem erörtern, welche methodischen, theoretischen und weiteren Defizite aufzuarbeiten sind. b) In die nächste Phase gelangen Sie unter zwei Bedingungen: Etwaige methodische, theoretische und weitere Defizite wurden, erstens, aufgearbeitet. Sie sind, zweitens, scheinfrei. Sie erhalten nun in der Examensgruppe den Status „Examenskandidat/VZA“. Sie sollten jetzt genau wissen, welcher Gegenstand Sie interessiert (Beispiel: Sicherheitspolitik Chinas). Gemeinsam werden wir dann auf die Suche nach dem „Rätsel“ gehen, das es in der Examensarbeit zu lösen gilt (Beispiel: Warum hat sich China nach anfänglichem Zögern zu einer aktiven Mitarbeit in den Institutionen Ostasiens entschlossen?). Der Gegenstand wird weiter eingegrenzt, Forschungsfrage, Gliederung und theoretischer Zugang werden festgelegt. Schließlich wird ein geeigneter Titel für das Examensprojekt formuliert, um Sie zur Examensarbeit anmelden zu können. In dieser Phase erfolgt die „Vorbereitung zur Anmeldung“ (VZA) der Examensarbeit. c) Nach der Anmeldung erhalten Sie den Status „Examenskandidat“ (EK). Nun tickt die Uhr – nach einer klugen Vorbereitung so, daß Sie nicht nervös werden. (3) Sie akzeptieren die unter „Arbeitsweise“ aufgeführten Grundsätze.

8.  Koordination
Die Zusammenarbeit zwischen Student und Betreuer erfolgt vor allem über Gespräche in der Sprechstunde des Dozenten. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, Exposés in der Forschungsgruppe Asien zu besprechen. Obligatorisch ist zudem die Vorstellung des Projektes in einer Sitzung der Examensgruppe. Bitte haben Sie Verständnis dafür, daß ich Termine aus praktischen Gründen nicht mit jedem einzelnen koordinieren kann. Treffen der Examensgruppe müssen grundsätzlich Priorität haben – andere Termine sind dem unterzuordnen. Dies gilt natürlich nicht für besondere gesundheitliche Anlässe (z.B. Arzttermine) oder besondere familiäre Verpflichtungen (z.B. 90. Geburtstag der Großmutter).

9.  Wenn es doch zu Problemen kommt ...
Sollten Sie gesundheitliche oder private Probleme haben, die Ihre Arbeitsweise beeinträchtigen, möchte ich Sie bitten, mir dies rechtzeitig zu signalisieren. In solchen Fällen werden wir unsere Zusammenarbeit Ihrer persönlichen Situation anpassen.

10.  Ein Wort zum Schluß
Ich bin bereit, Sie intensiv zu betreuen und zum Erfolg zu führen, wenn Sie bereit sind, professionell zu arbeiten.